
Das visuelle System des Menschen II
● Die Wirkung anderer Photorezeptoren (Zapfen, Stäbchen) auf nichtvisuelle
Effekte.
2.2 Spektrale Transmission des Auges
Eine Lichtwirkung entsteht, wenn Photonen von einem Molekül absorbiert werden –
im diskutierten Fall von einem Photopigment. Dazu muss es zuerst, ohne absorbiert
zu werden, durch die Augenmedien gelangen. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist ab-
hängig von der Wellenlänge (Abb. 1).
Die Augenlinse erleidet mit zunehmendem Alter eine Gelbfärbung. Dies ist auch im
spektralen Transmissionsgrad des Auges durch einen Abfall im blauen Bereich des
Spektrums zu erkennen.
Abbildung 1 Spektraler Transmissionsgrad des Auges, in Abhängigkeit des Alters
(berechnet nach [2]). Bereits in jungen Jahren gehen über 30% des Lichts in den Au-
genmedien, insbesondere in der Augenlinse verloren. Da die Kurven gegen das Blaue
nach unten geneigt sind, ist der Transmissionsgrad generell für warmweiße Lichtquellen
höher als für tageslichtweiße.
Wie im nächsten Kapitel gezeigt wird, ist die spektrale Empfindlichkeit für nichtvisu-
elle Lichtwirkungen zwischen 430 und 460 nm, also im blauen Spektralbereich maxi-
mal (vgl. Abb. 2), gerade da, wo die Transmission besonders stark mit dem Alter re-
duziert wird. Ältere Menschen benötigen daher für nichtvisuelle Lichtwirkungen
mehr Intensität als jüngere und auch mehr, als man mit konventionellen photometri-
schen Messungen erwarten würde.
113
Wellenlänge [nm]
450 500 550 600 650400
1,0
0,8
0,6
0,4
0,0
spektraler Transmissionsgrad
350
15 Jahre
75 Jahre
0,2
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